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Über Geld spricht man

Spinnt der, oder was?

Der Schweizer Unternehmer Daniel Häni plädiert für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Um über Geld zu reden, wie es die ganze Welt derzeit sowieso tut, wollte die Redaktion von insideB in die Schweiz fahren. Natürlich in eine Bank. Und dort hat dann auch das Gespräch stattgefunden. Ja, es ging auch um die Bankenkrise. Aber nicht nur.
Daniel Häni ist der Götz Werner der Eidgenossen. Und der Frankfurter Enno Schmidt ist der Mann, der beide verbindet und seinen Schweizer Unternehmer-Freund als Künstler ergänzt und vervollständigt. Nein, Daniel Häni verkauft keine Zahnpasta in eigenen Drogeriemärkten. Er sagt von sich, er ist ein Unternehmer. Vielleicht deshalb meinen die Linken, er sei ein Neoliberaler. Und die Bürgerlichen sehen in ihm eher den Linken, der sich gegen das Establishment auflehnt.
Aber es waren genau die Bürgerlichen, die ein Geschäft mit Daniel Häni gemacht haben. Die Credit Suisse verkaufte eine wunderschöne Immobilie aus dem Jahre 1912 inmitten der Basler Konsummeile an eine Stiftung. Die wiederum stellte das Haus, das einst die Schweizerische Volksbank beherbergte, diesem Daniel Häni und zwei Mitstreitern zur Verfügung, die daraus das Basler „unternehmen mitte“ machten. Dessen Gesellschafter und Geschäftsführer ist Daniel Häni seit fast zehn Jahren.
Häni kämpft für die Idee eines Grundeinkommens. Vielleicht ist es das Wort Wunschvorstellung, was ihn davon abhält, den Titel des Utopisten akzeptieren zu können. Denn zu nah ist ihm das Ideal an der Ideologie. Und mit der will der 42-Jährige nichts zu tun haben, weil sie das zerstörende Gift für alle guten Ideen ist. Lieber setzt Daniel Häni im „unternehmen mitte“ in kleinen Schritten um, was große Schritte für ein Grundeinkommen wären: Bedingungslosigkeit zum Beispiel. Im Café im Parterre des Gebäudes besteht kein Konsumzwang. Laptop-Nomaden, Schüler, Studenten sitzen hier. 1.000 Gäste sind es am Tag. Auch wenn sie nichts bestellen wollen, können sie hier sitzen. Und trotzdem macht das Café 3,5 Millionen Franken Umsatz mit Getränken pro Jahr. In der Geschäftsleitung wird ohne Budgets gemanagt, weil die Menschen dann nicht an der Budget-Erfüllung entlangarbeiten, sondern sich endlich wieder an der Frage orientieren: „Was ist sinnvoll?“
Häni hat Ende der 80er-Jahre in Basel aber auch schon selbst eine Bank gegründet. Es war eine Gedankenbank. Sie befand sich in einem leer stehenden Ladenlokal, hatte einen Schalter, geregelte Öffnungszeiten und sogar einen Verwaltungsrat. Der Kunde kam zum Schalter und eröffnete ein Konto, indem er einen Gedanken auf einer Karteikarte eintrug. Der Gedanke wurde abgelegt und verschlagwortet. Wenn ein zweiter Kunde beim Durchblättern des Schlagwortregisters auf diesen Gedanken stieß und ihn weiter dachte, legte er seinen Gedanken dazu. Der Ursprungsgedanke warf Zinsen ab. Und auf die Frage, was aus der Gedankenbank heute geworden ist, antwortet Häni nur knapp „Wikipedia“.
Was Daniel Häni mit diesen Geschichten im Interview eines Wirtschaftsmagazins verloren hat? Frank Schirrmacher, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schrieb dieser Tage in einem Leitartikel: „Die bürgerliche Welt hat schon mehrfach bewiesen, dass sie aus paradigmatischen Katastrophen lernen kann. Jetzt (...) muss sie die härtesten Auseinandersetzungen mit sich selbst führen. Die Krise verändert nicht nur die Welt. Sie verändert das Denken.“  Das Grundeinkommen auf der Basis einer Konsumsteuer ist ein Gedankenexperiment, ein Denkanstoß, der bisher weder richtig durchdacht noch durchgerechnet ist. Welche Folgen die Einführung eines Grundeinkommens hätte, hängt wohl tatsächlich nicht zuletzt davon ab, ob und wie die Bürger die Freiheit, die das Grundeinkommen bietet, nutzen würden. Enno Schmidt und Daniel Häni sagen: „Logisch ist es erst im Nachhinein.“     Doris Geiger
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Die dunkle Seite
Viele badische Dienstleister und Unternehmer waren 2009 von Insolvenzen betroffen. Kaum erholt sich die Konjunktur, lauert eine neue Gefahr: überschuldete Verbraucher, die ihren Zahlungsverpflichtungen immer seltener nachkommen. Ein Teufelskreis, dem gerade die kleinen Handwerksbetriebe nur schwer entkommen.

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