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Auf ins Grüne
Öko-Trends zahlen sich für Firmen aus

Umweltschutz ist nachhaltig. Energie sparen sowieso. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Kaffee aus fairem Handel und Bio-Karotten vom Bauern nebenan kaufen auch. Wohl kaum ein Begriff wird inzwischen so häufig verwendet, um quer durch alle Branchen und Lebensbereiche umweltfreundliches Handeln zu umschreiben. In kaum einen Begriff wird so viel hineininterpretiert, kaum ein anderer ist so dehnbar. Und kaum ein Begriff wird so oft falsch eingesetzt – nicht nur in Politiker- ansprachen. Das aber meist ganz bewusst.

Dem Wald keinen Schaden zuzufügen. Das war im 16. Jahrhundert gemeint mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“. Heute steht Nachhaltigkeit als Synonym für alles, was positiv aufgeladen werden soll. Umweltfreundlich, vorausschauend, klimaschonend, sinnvoll, menschenwürdig, weitblickend, vernünftig, gesundheitsverträglich, effizient – das wären oft treffendere Begriffe als „nachhaltig“. Inflationär häufig findet sich der Begriff in Ansprachen von Politikern. Steuermodelle, Familienpolitik, Förderprogramme – es gibt wohl wenig, was nicht schon das Prädikat „nachhaltig“ tragen musste. Das Wirtschaftsleben schließt sich diesem Trend an. Ob Geldanlage mit Öko-Siegel oder ein Porsche mit Hybrid-Motor: Ein „grünes“ Image ist immer möglich.
Der Erhalt von Natur und Umwelt wird allgemein als ein Aspekt von Nachhaltigkeit betrachtet. Eine dauerhaft tragfähige Wirtschaftsweise und eine lebenswerte Gesellschaft ergänzen die Definition. Damit wird klar: Ein bisschen nachhaltig geht nicht. Zur Vorstandssitzung mit der Bahn fahren, den Geschäftsbericht auf Recyclingpapier drucken oder bei Zulieferern auf Öko-Zertifikate achten ist erst ein winzig kleiner Baustein des großen Ziels, das gesamte Handeln eines Unternehmens nachhaltig zu gestalten. Komplette Produktionsketten müssen überprüft werden, beim Rohstofferzeuger müssen vor Ort Arbeitsbedingungen und Herstellungsmethoden begutachtet werden, der tagtägliche Umgang mit eigenen Mitarbeitern und das gesamte Geschäftsmodell gehören auf den Prüfstand.

Die Ortenau ist vorne mit dabei: Seit 2005 gibt es in Baden-Württemberg das Förderprogramm Ecofit, durch das „praxisnahe Maßnahmen erarbeitet werden, mit denen die beteiligten Betriebe die Umwelt entlasten und zusätzlich Geld sparen“, so Dominik Fehringer, Ecofit-Programmpartner für den Ortenaukreis. Bisher haben 123 Unternehmen an diesem Projekt teilgenommen. Die Firmen im Ortenaukreis zählten zu den ersten, die ihre Betriebe unter Umweltaspekten durchleuchten ließen. Die Teilnehmer wurden dazu in Workshops von der Beratungsgesellschaft Arqum über ein Jahr hinweg geschult. Außerdem gab es eine Vor-Ort-Beratung: Wasser, Energie, Abfall und Betriebsorganisation – alles wurde unter die Lupe genommen. Der kalkulierte Nutzen aus den Beratungen in den fünf Ortenauer Unternehmen Schoch Edelstahl, Foboha, Orsay, Dantherm Filtration, Bäckerei und Konditorei Klaus Rieger, beträgt insgesamt um die 77.000 Euro pro Jahr. „Die erwartete Kosteneinsparung liegt im ersten Jahr bei rund 20.000 Euro“, sagt Armin Schmidt, Quality Manager von Dantherm Filtration.
Diese Ergebnisse klingen verheißungsvoll. Ein Blick auf die Bau- und Immobilienbranche zeigt: auch hier sind schon viele Unternehmen, Investoren und Architekten auf den „grünen“ Zug aufgesprungen. Das Unternehmen Marss Bauconcepte GmbH mit Sitz in Lahr und Hausach im Kinzigtal bietet schlüsselfertige Sanierungen an, die den förderwürdigen KfW-Effizienzklassen entsprechen. Auch im Neubaubereich hat die Firma nachgezogen. Vor rund zwei Jahren hat das Familienunternehmen das so genannte Vivius-Haus konzipiert und sich damit ein zukunftsfähiges Nischenprodukt geschaffen. Mit erfahrenen Handwerkern und Partnern aus der Region bietet Marss Bauconcepte ein schlüsselfertiges, nachhaltig gebautes Haus, das aber vor allem für gesunde Wohn- und Lebensqualität stehen soll – Festpreis garantiert.
Und auch Weber-Haus wirbt mit dem „grünen“ Haus. Seit 1991 baut der Fertighaushersteller aus Rheinau-Linx Niedrigenergiehäuser. Seitdem wurde viel geforscht, die Gebäudehülle optimiert und sparsamer gemacht. Webers neueste Entwicklung heißt „Generation 5.0“. Hinter dem futuristisch anmutenden Namen verbirgt sich ein Baukonzept, bei dem nicht nur Energie eingespart, sondern auch Energie produziert wird. Die angebrachte Solar- und Fotovoltaikanlage produziert in der Summe rund 50 Prozent mehr Energie, als das Haus für Warmwasser und Heizung verbraucht.

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